Die Deutsch-Baltische Gesellschaft e.V. (DBGes) wurde 1950 als Deutsch-Baltische Landsmannschaft i.B. e.V. gegründet, eine Vereinigung der Deutschbalten aus Estland und Lettland. Ihr Sitz ist im Reinhard-Zinkann-Haus, dem Haus der Deutsch-Balten, in Darmstadt. Innerhalb der DBGes wirken die eigenständigen Länderorganisationen mit ihren örtlichen Gruppen. Hinzu kommen körperschaftliche Mitgliedsorganisationen, assoziierte Vereinigungen und Einzelmitglieder.

Das Deutsch-Baltische Kulturwerk -  ist eine kulturelle Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, gemeinsam mit ihren Partnern im Baltikum das deutschbaltische Kulturerbe zu pflegen und lebendig zu halten. In ihrem Archiv sammelt und bearbeitet sie Nachlässe, Manuskripte, Dokumente, Urkunden und vieles mehr;  ihre Bibliothek  betreut  die größte deutschbaltische Literatursammlung in Deutschland. 

Der Deutschbaltische Jugend- und Studentenring e.V. (kurz: DbJuStR) ist ein über ganz Deutschland verteilter Jugendverein mit deutschbaltischem Hintergrund. Wir treffen uns mehrmals im Jahr, meistens über ein Wochenende oder auf Freizeiten. Unsere Treffen finden in den verschiedensten Städten über das ganze Land verteilt statt. Meistens gibt es ein bestimmtes Thema zu den Treffen, weshalb sie auch Schwerpunkttreffen (SPTs) genannt werden, jedoch sollte einen dieser Begriff nicht abschrecken.

Die in Lüneburg und Darmstadt beheimatete Deutschbaltische Studienstiftung ("Deutsch-Baltisches Jugendwerk") ist der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Estland, Lettland und Litauen im Sinne der Völkerverständigung verpflichtet. Sie vergibt Stipendien und zinslose Darlehen an Studierende und fördert die Vermittlung der gemeinsamen Geschichte als Basis für die Suche nach europäischen Lösungen für Zukunftsfragen, die auf den Ideen der Aufklärung aufsetzen.

Wer sind die Deutschbalten?

Die Deutschbalten sind die Nachfahren jener Deutschen, die an der östlichen Küste der „Baltisches Meer“ genannten Ostsee siedelten. Über Jahrhunderte bildeten sie als Adelige, Kaufleute, Handwerker und Geistliche die führende Schicht und prägten bis zu ihrer Umsiedlung das Gebiet der heutigen Staaten Estland und Lettland mit eigenständigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen. Unter anderem trugen deutschbaltische Pastoren mit Bibelübersetzungen wesentlich zur Entwicklung der estnischen und lettischen Schriftsprache bei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten die neugegründeten deutschbaltischen Vereinigungen den traditionellen Zusammenhalt aufrecht, ließen die während der sowjetischen Besetzung unterbrochenen Verbindungen zu den baltischen Ländern nicht abreißen und pflegten das gemeinsame kulturelle Erbe. Ihre Mittlerrolle nahmen Deutschbalten vor allem dadurch wahr, dass sie zusammen mit ihren estnischen und lettischen Partnern eine Vielzahl von Projekten durchführten wie aktuell den Ausbau der Deutschbaltischen Studienstiftung zum Deutsch-Baltischen Jugendwerk (www.dbjw.de).

Von historischer Bedeutung sind klare Statements hochrangiger baltischer Politiker, wie von Prof. Dr. Artis Pabriks, dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Republik Lettland. Pabriks betont in seinem Grußwort für das erste Paul-Schiemann-Seminar des DBJW die auszgezeichneten Beziehungen zu Deutschland und den Deutschbalten und dass alle Spannungen der Vergangenheit angehören. Paul Schiemann bezeichnet er als großen Lettländer:

Grundlage der Arbeit der im deutsch-baltischen Netzwerk zusammengeschlossenen Organisationen bilden der Respekt gegenüber den europäischen philosophischen und religiösen Traditionen sowie das Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten.